Hintergrund

Rückgang der weltweiten Löwenpopulation

In den 1950er gab es schätzungsweise über 400.000 Löwen in Afrika.

Heute leben weniger als 20.000 Löwen in freier Wildbahn.

Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) geht davon aus, dass die Löwenbestände in den letzten 21 Jahren um 43 Prozent zurückgegangen sind.

Das Überleben von Löwen in freier Wildbahn wird gefährdet durch:

• Lebensraumverlust

• Mensch/Wildtierkonflikt

• Krankheiten wie TBC, Räude, Staupe, FIV etc.

• Das Fangen und Töten von Löwen für den Buschfleischmarkt (Bushmeat), besonders in West und Zentralafrika

• Jagd und Wilderei

Mittlerweile gibt es mehr Löwen in Gefangenschaft als in freier Wildbahn. Löwen dienen z. B.  zur Unterhaltung in Zirkussen. In einigen Ländern gelten sie als Statussymbol und werden als Haustiere gehalten. Das Land mit den meisten Löwen in Gefangenschaft ist Südafrika. Hier boomt (völlig legal) das Geschäft mit sogenannten Zuchtlöwen. Das Kuscheln mit Löwenbabys (Lion Cub Petting) und Spaziergänge mit jungen Löwen (Lion Walks) sind zum festen Bestandteil des Tourismus in Südafrika geworden.

 

Die Löwenzuchtindustrie in Südafrika

Obwohl in letzter Zeit viel in den Medien über die Löwenzuchtindustrie/Gatterjagd in Südafrika berichtet wurde, existiert sie bereits seit über 20 Jahren. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregte sie erstmals 1997 durch eine BBC-Dokumentation mit dem Titel “The Cook Report”. Im selben Jahr veröffentlichte Gareth Patterson sein Buch “Dying to be free”. Nicht viel später gründeten die Tierschützer Chris Mercer und Beverley Pervan die Organisation CACH – Campaign Against Canned Hunting, die sich seitdem gegen die Gatterjagd auf Löwen einsetzt. Zudem haben in den letzten Jahren Aufklärungs-Kampagnen von Vier Pfoten, Pro Wildlife und Blood Lions große Medienpräsenz erlangt.

Das Züchten von Löwen ist für die Löwenzüchter eine lukrative Einnahmequelle. Derzeit gibt es über 8000 Löwen, die in mehr als 200 sogenannten Löwenfarmen gehalten werden. Das Leben dieser Löwen ist von Geburt bis zu ihrem Tod durch Elend und Ausbeutung bestimmt: der „König der Tiere“ zu einer Ware reduziert.

Die touristischen Aktivitäten mit Löwen beschränken sich nicht nur auf Südafrika, sondern werden auch in anderen afrikanischen Ländern immer beliebter.

Main image courtesy of Chelui4lions